Mittwoch, 26. Juli 2017

Unser Hausrat ist da

Eigentlich ist der Lastwagen der Schaffhauser Transportfirma Schäfli schon seit letzten Freitag auf der Insel La Palma. Doch, wen wunderts, einmal mehr hat ein Seefracht-Zoll zugeschlagen und dem Transport unserer Ware die Ausfahrt verwehrt. Der Grund: Ein Dokument fehlt, nicht eines das wir hätten beschaffen sollen, sondern eines das die Zollkollegen am Festlandhafen in Cadiz, wo der Lastwagen auf die Fähre einschiffte, dem Chauffeur mitzugeben vergassen!!!! Unser Glück, dass wir Lastwagenfracht zum Pauschaltarif gebucht hatten. So bleiben wir von Mehrkosten verschont. Hätten pwir Containerfracht gebucht, hätten wir nun zur Wartezeit noch Standgebühren für den Container bezahlen dürfen.



Nun, heute traf das bewusste Dokument endlich ein, und der Lastwagen konnte die letzten 30 Kilometer vom Hafen Santa Cruz de La Palma bis zu uns nach El Paso unter die Räder nehmen. Ganz knapp lässt sich der grosse MAN-Dreiachser so vor unser Haus manövrieren, dass die Hebebühne abgesenkt werden kann, dia Strasse aber nicht blockiert ist.







Innert eindreiviertel Stunden laden wir und der Chauffeur die Ware aus. Nun steht der ganze Haufen in der Wohnküche und im Arbeitszimmer und wartet darauf ausgepackt und versorgt zu werden. Allerdings wird jetzt schon klar, dass der Platz in unserem Mobiliar nie und nimmer reicht für so viel Material. Und die beiden Estrichräume sind erstens ebenfalls nicht besonders geräumig und zweitens nur über eine Leiter und 60x60 cm grosse Türchen zugängig.

Samstag, 1. Juli 2017

Zürich-La Palma, so fliegt ihr zu uns

Eigentlich hätte Air Berlin ab diesem Sommer eine regelmässige Direktverbindung von Zürich (ZRH) nach Santa Cruz de la Palma (SPC) aufnehmen sollen. Doch wegen ernsthafter finanzieller Probleme hat diese Fluggesellschaft ihre Destinationen zusammengestrichen, darunter auch die Verbindung nach La Palma.

Somit bleibt die Flugreise von der Schweiz zu uns runter eine etwas komplizierte Angelegenheit. Gewiss, die spanische Liniengesellschaft Iberia bietet tägliche Verbindungen von Zürich nach La Palma und zurück an, jeweils mit Umsteigen in Madrid. Doch das Ticket hin und retour kostet pro Person rund satte 1000 Franken.

Günstigere Verbindungen findet man auf Plattformen wie kiwi.com oder kayak.com . Doch, aufgepasst: Was auf diesen Plattformen nach echtem Schnäppchen aussieht, ist oft mit einem nächtlichen Stoppover und zwei- oder mehrmaligem Umsteigen verbunden. Und bei kiwi.com werden die einzelnen Flugsegmente mit separaten Tickets gebucht. Das bringt deutlich mehr Verbindungen und tiefere Preise, allerdings muss man aufgegebenes Gepäck beim Umsteigen jeweils am Gepäckband abholen und wieder frisch einchecken.

Eine empfehlenswerte und meist recht preisgünstige Verbindung bietet die spanische Discount-Airline Vueling an. Auf dem Flug von Zürich nach La Palma und zurück muss dabei jeweils nur einmal, nämlich in Barcelona umgestiegen werden. Allerdings wirkt der Flugplan etwas willkürlich:







Juli 2017: Mittwoch und Samstag
August 2017: Samstag
September 2017: Dienstag (ab 12.) und Samstag
Oktober 2017: Dienstag (bis 24.) und Samstag
November 2017: Samstag
Dezember 2017: keine Verbindungen!!
Januar 2017: Samstag (ab 13.)
Februar 2017: Samstag
März 2017: Samstag
April 2017: Dienstag und Samstag

Schliesslich bietet Germania wie schon letztes Jahr über die Wintermonate November bis und mit April jeweils am Donnerstag DIREKTE Flüge von Zürich nach La Palma und umgekehrt an. Und wer rechtzeitig bucht, kriegt diese wohl bequemste aller Verbindungen hin und zurück sogar für weniger als 400 Franken pro Person!

Samstag, 17. Juni 2017

Schweizer Mission

Zurzeit sind wir wieder in der Schweiz. Nicht ferienhalber sondern in verschiedener Mission was unseren Umzug nach La Palma angeht. Und dank dessen, dass wir in dieser Zeit als Housesitter für ein Ehepaar in Maur tätig sind, welches eine knapp einmonatige USA-Reise unternimmt, kommen wir nicht nur in den Genuss einer kostenlosen Unterkunft, sondern dürfen für unsere Besorgungen gratis auch noch eines der Autos benutzen.

Zu erledigen haben wir zum Beispiel einmal den Transfer unserer Pensionskassen- und Säule-3a-Gelder, die wir zu einem Teil zur Finanzierung unseres Hauses brauchen. Dazu haben wir uns der Auslandschweizer-Genossenschaft Soliswiss angeschlossen. Diese organsiert nun den Transfer der Gelder via ein Durchlaufkonto im Kanton Schwyz, womit wir in den Genuss der schweizweit tiefsten kantonal geregelten Quellensteuer kommen.




Am wichtigsten jedoch ist der Transport unseres Hausrats, der bis jetzt in einem Lagerraum in Wil/SG eingelagert war, damit wir in unserer neuen Heimat El Paso ENDLICH wieder einmal voll ausgerüstet leben und haushalten können.




Da wir in Vergangenheit mehrfach schlechte Erfahrung mit Containerfracht gemacht hatten, entschieden wir uns für den Transport via Strasse und Fähre mit einem Lastwagen. In der Schaffhauser Firma Schäfli haben wir einen Spanien-Transportspezialisten gefunden, der uns diese Art von Fracht zu einem nur unwesentlich höheren Preis als per Container anbietet. Vorteile: Auf der ganzen Strecke ist ein und derselbe Ansprechpartner zuständig, und die Ankunftszeit der Ware in La Palma lässt sich genauer definieren.



Am letzten Donnerstag war also das grosse Einladen angesagt. Für den Zoll muss dazu jedes Frachtstück numeriert und in eine Liste eingetragen werden. Keine einfache Sache, wenn man nicht mehr weiss, in welcher der rund 80 Kartonschachteln und Transportboxen nun was genau eingepackt ist. Einen Teil der Schachteln hatten wir ja vor fünf Jahren schon gepackt.







Trotzdem ist der Spuk nach drei Stunden bereits vorüber. Die Ware ist samt und sonders im Lastwagen und soll in gut einem Monat von uns in La Palma wieder in Empfang genommen werden.

Montag, 5. Juni 2017

Erste Runde geschafft!

Kaum zu glauben, aber wir haben es doch noch geschafft, innerhalb von geschlagenen sieben Wochen die Niederlassung und die spanische Fahrzeugzulassung für unseren Panda zu bekommen!!


Ersteres war, als wir ENDLICH die Police von der Adeslas-Krankenversicherung erhalten hatten, kein Problem mehr.  Diese grüne Karte weist uns nun offiziell als Einwohner der Gemeinde El Paso auf der Insel La Palma in der spanischen Provinz Santa Cruz de Tenerife aus. Damit geniessen wir ab sofort auch vergünstigte Flüge und Fährüberfahrten von, nach und zwischen den Inseln.

















Das zweite lief nach dem Bezahlen von 624.50 Euro für Importzoll (als Umzugsgut immerhin vergünstigt) Zulassung und Fahrzeugsteuer auf einmal ebenfalls wie geschmiert, so dass unser Panda ab heute nicht mehr Zürcher Nummernschilder, sondern die spanischen Kennzeichen 4487 JZR trägt.


Dazwischen haben wir es nach der Passfahrt vor rund zwei Wochen ebenfalls noch geschafft, einmal rund um die Insel zu fahren. Die Durchgangsstrasse liegt dabei meist auf 400 bis fast 1000 Meter über Meer. Wer runter will, muss meist am selben Ort oder nur kurz danach wieder rauf.

Wir halten von El Paso aus zuerst südwärts, fahren hoch über Puerto Naos und dem neuen Ferienresort Princess La Palma nach Los Canarios in der Gemeinde Fuencaliente.


Dort kann man bis zum Meer und zum Leuchtturm an der Südspitze der Insel runterfahren.
 

Hier befindet sich der Vulkan Teneguia, der erst 1971 noch ausgebrochen ist und dabei ein neues Lavafeld samt schwarzem Strand geschaffen hat.













Entlang der Ostküste fahren wir über Breña Alta und oberhalb der Haupstadt Santa Cruz nordwärts und passieren dabei Los Sauces,…












… wo die Natur an der Küste natürliche Pools geschaffen hat – eine Attraktion nicht nur für Touristen.


Über Barlovento ganz im Norden erreichen wir zuerst Puntagorda auf rund 1000 Meter, um dann durch die Weinbaugebiete im Nordwesten bis nach Tijarafe allmählich wieder an Höhe zu verlieren.











Schliesslich geniessen wir einen spektakulären Ausblick nach Los Llanos und El Paso, bevor wir uns in den Barranco de Las Angustias hinunterstürzen, der nach Puerto Tazacorte führt und unsere Rundfahrt abschliesst.


Mit diesen Bildern verabschieden wir uns vorerst von unserer neuen Heimat La Palma, um während der kommenden fünf Wochen in unserer alten Heimat den Umzug unseres Hausrats zu organisieren und drüben wie hüben administrativen Kram zu erledigen…

Freitag, 26. Mai 2017

Hoch hinaus

Zwei Ziele haben wir uns gesetzt, bevor wir am 7. Juni für fünf Wochen in die Schweiz zurückkehren, um den Umzug zu organisieren: Die Niederlassungsbewilligung (residencia) und die Zulassung unseres Fiat Panda (matricula). Offensichtlich ziemlich hoch gesteckte Ziele.














Besonders letzteres ist ein ausgesprochen umständliches Unterfangen. Zuerst erstellt ein Ingenieur ein technisches Datenblatt (wir haben darüber berichtet). Dann geht es zum ITV, was soviel ist wie unsere MfK oder der deutsche TÜV. Alles geht gut, sogar die in der Schweiz akzeptierte, aber nicht EU-konforme Reifendimension wird durchgewunken. Doch bis der auf Spezialpapier gedruckte Fahrzeugschein in dreifacher Ausführung zum Abholen bereit ist, dauert es geschlagene zwei Wochen.

Also nichts wie los zum nächsten Schritt: die Verzollung. Doch dem Zoll reicht die in Deutsch gehaltene Abmeldebestätigung der Gemeinde Maur nicht, es braucht eine amtlich anerkannte Übersetzung davon. Zumindest ist diese innerhalb von 24 Stunden verfügbar. Nun warten wir darauf zu erfahren, wieviel Zoll wir wohin überweisen dürfen. Die Haftpflichtversicherung ist ebenfalls bereits beantragt, damit dann schliesslich auf dem Strassenverkehrsamt die Nummernschilder abgeholt werden können – so der Amtsschimmel will, noch in den nächsten 10 Tagen.

Für die Residencia andererseits braucht es die N.I.E. die Ausländer-Identifikations-Nummer – haben wir schon länger – und die Anmeldung auf der Wohngemeinde (empadronamiento) – auch diese Hürde ist ja schon geschafft. Vermögen können wir ebenfalls ausreichend nachweisen. Fehlt nur noch die obligatorische Krankenversicherung. Eigentlich kein Problem und erst noch klar preisgünstiger als in der Schweiz. Für einen kompletten Gesundheitsschutz samt Zahnarzt bezahlen wir hier sage und schreibe 77.50 Euro pro Monat und Person. In der Schweiz waren es am Schluss über 200 Franken. Und statt einer Jahresfranchise von 1500 Franken gibts bloss einen Selbstbehalt von 15 Euro pro Behandlung.

Nur, wenn etwas schnell gehen soll, dann steht man hier wirklich auf verlorenem Posten. Seit 10 Tagen warten wir nun auf die Police. Und die versprochene Vorabversion per E-Mail, die wir mindestens für den Residencia-Antrag brauchen, ist wohl wieder mal vergessen gegangen. Hier herrscht allgemein eine grassierende Abneigung gegen die E-Mail-Kommunikation – keine Ahnung, weshalb.


Die Wartezeit vertreiben wir uns, in dem wir fleissig an unserem Mobiliar arbeiten. Einerseits haben wir bereits ein Sideboard, eine Vitrine, ein TV-Möbel, eine Kücheninsel und diverse Tische und Stühle von IKEA zusammengeschraubt. Und andererseits sind wir daran, das wenige an ziemlich abgenutztem Mobiliar, das uns die Verkäufer des Hauses zurückgelassen haben, wieder auf Vordermann zu bringen. Immerhin müssen wir zwei Wohneinheiten ausstatten und verfügen in unserem Lager selbst nicht mehr über viel Mobiliar.




Und wir lernen schrittweise unsere neue, recht gebirgige Heimat besser kennen. Gleich wenige Kilometer hinter unserem Haus beispielsweise beginnt die Passstrasse über den El Pilar, die uns auf rund 1500 Meter Höhe bringt und einen tollen Blick über das Aridane-Tal (samt unserem Haus) bietet.














 
Vor allem der Norden aber bietet Spektakuläres: Zum Beispiel den Roque de los Muchachos, den höchsten Punkt des ehemaligen Vulkans. Die Strasse auf rund 2400 Meter hinauf eröffnet tolle Panoramen und ist gesäumt von einer atemberaubenden Pflanzenwelt.




























Und auf dem höchsten Punkt, in besonders klarer Luft und über dem üblichen Wolkenniveau zwischen 1000 und 2000 Metern, befindet sich eine Sternwarte mit mehreren grossen Teleskopen, darunter Grantecan, das mit 10,4 Metern Durchmesser grösste Spiegelteleskop der Welt.





Sonntag, 7. Mai 2017

Blick in die Umgebung

Zwar ist unser Alltag im Moment ziemlich ausgefüllt mit der Suche nach passenden, aber dennoch preisgünstigen Möbeln und anderen Ausrüstungsgegenständen. Bei IKEA sind wir mittlerweile bereits Stammkunden. Nur können wir das ganze immer nur portionenweise ins Auslieferungslager bestellen, weil unser Fiat Panda doch ein ziemlich eingeschränktes Fassungsvermögen bietet. Beim Transport des rund 180 cm langen Tischs war zum Glück kein Polizist zugegen...





Eine weitere Baustelle sind Behördengänge. Die Anmeldung auf dem Excelentisimo Ayuntamiento (oder – ganz profan – der Gemeindeverwaltung) von El Paso ging ganz einfach von statten. Und das sogenannte Empadronamiento kostet auch nur 1.05 Euro. Teurer sind die oft gebrauchten Bescheinigungen mit drei Stempeln. Die kosten pro Stück immerhin 2.60 Euro.


Etwas komplizierter und teurer gestaltet sich die Zulassung unseres Panda. Ein lizenzierter Ingenieur hat nun schon mal die Ficha Reducida verfasst, ein technisches Datenblatt für läppische 180 Euro. Nächste Woche steht ein Vorführtermin beim ITV (entspricht in etwa der Prüfhalle beim Schweizer Strassenverkehrsamt) an. Und dann muss das gute Stück auch noch verzollt werden. Um einen tieferen Zollansatz für Umzugsgut zu erlangen, braucht man allerdings nicht nur das Empadronamiento bei der hiesigen Wohngemeinde, sondern ebenso eine sogenannte Baja Consularia, also eine konsularische Abmeldebestätigung aus der Schweiz. Allerdings sind in der Schweiz die Gemeinden und nicht der Staat zuständig für An- und Abmeldung. Ob eine Abmeldebestätigung einer Schweizer Gemeinde aber wiederum hierzulande als Baja Consularia anerkannt wird...??

Dazwischen lernen wir ganz nebenbei unsere Umgebung kennen. Etwas unterhalb unseres Hauses befindet sich der Ortskern von El Paso, mit einer Entsorgungsstation in Sichtweite der Kirche. Notabene kostet hier die Entsorgung nichts. Nicht nur Papier/Karton, Glas sowie Aludosen/Blechdosen/Petflaschen/Tetrapackungen können kostenlos und getrennt deponiert werden, sondern auch die normalen Säcke mit dem Restmüll. Keine Sackgebühr – das ist wohl auch der Grund, weshalb man hier kaum wild herumliegenden Müll sieht.















Hier in El Paso bietet der Supermarkt Hiperdino in unmittelbarer Nachbarschaft zur zentralen Parkanlage auch eine hervorragende und preisgünstige Einkaufsmöglichkeit.












Eine Geländestufe weiter unten liegt die Stadt Los Llanos de Aridane, zweitgrösste Siedlung von La Palma und klar grösser als El Paso.

























Hier kriegt man, wenn man weiss wo, fast alles. Dazu lädt eine grosszügige Fussgängerzone zum Flanieren und Begucken der grossflächig bemalten Hausfassaden.





Nur Parkplätze darum herum sind etwas rar.



















Von Los Llanos de Aridane geht's über eine weitere rund 400 Meter hohe Stufe Richtung Meer hinunter. Diese ist voll mit Bananenplantagen bepflanzt. Ausgangs eines Canyons, auf dessen Flanken die Strassen in Spitzkehren hochgezogen sind wie in der Schweiz Furka und Grimsel, liegt Puerto de Tazacorte.












Das kleine Nest am Ende des wild zerklüfteten Bergtals mit ein paar Beizchen und dem üblich schwarzsandigen Strand ist von uns aus in 20 Minuten mit dem Auto oder in knapp einer Stunde mit dem Bus zu erreichen. Sogar ein spezieller FKK-Bereich ist am entfernteren Ende ausgeschildert.